Nachdem Gojira bereits amtlich abgerissen hatten kam nun der dritte Headliner des Abends und dies war kein geringerer als Machine „Fucking“ Head. Zu den ersten Klängen, zu denen noch der große Machine Head Logo Banner den Blick auf die Bühne verdeckte brandete bereits riesiger Jubel auf der dann direkt in mehrere Pits mündete in der Sekunde als es fiel und die Band „Imperium“ vom 2003er Album „Through The Ashes Of Empires“ intonierte.
Es ging von einem Höhepunkt zum nächsten. Nach Disturbed ging es jetzt rüber zu Gojira. Die Franzosen haben nach und nach ihren Weg nach oben konsequent fortgesetzt, so dass auf etliche mittlere Slots in den letzten Jahren nun endlich ein Headlinerslot bei einem großen Festival raussprang. Und so war es vor der Bühne gut gefüllt und die Spannung groß, was da jetzt kommen sollte.
Direkt im Anschluss an Amon Amarth noch eine weitere Wiederholung: Auch Disturbed hatte ich bereits 2019 an gleicher Stelle schon gesehen. Und auch hier war inzwischen ein neues Album mit „Divisive“ aus dem letzten Jahr zur schon langen Liste an Veröffentlichungen hinzu gekommen. Mit der untergehenden Sonne durften die vier Jungs aus Chicago, Illinois den begehrten Vorabendslot ein weiteres Mal füllen. Und wie sie das taten!
Amon Amarth stand eigentlich nicht vordringlich auf meiner Liste für den heutigen Festival Tag. Ich hatte sie erst 2019 an gleicher Stelle schon gesehen und zusätzlich gab es zwar mit „The Great Heathen Army“ ein neues Album aus dem Jahre 2022, aber das reizte mich nicht übermäßig. Trotzdem passte es zeitlich gerade ganz gut und Amon Amarth ist immer ein Garant für eine gute Show. Also ab ins Getümmel vor der North Stage.
Von den großen Bühnen ging es jetzt am frühen Abend wieder rüber in den kleinen Metal Dome. Hier machten sich die vier Jungs von der Insel bereit für ihren Auftritt. Orange Goblin hatte ich bereits 2019 auf dem Graspop auf meiner Liste, aber damals hatte ich es nicht zu ihrer Show geschafft. Heute klappte es endlich und ich freute mich auf 45 Minuten feinsten Stoner Metal.
Nachdem Asking Alexandria doch eher wenig überzeugte, ging es wieder rüber auf die South Stage um hoffentlich auf eine sichere Bank aus Australien zu treffen. Airbourne war mal wieder auf dem Graspop zu Gast (mittlerweile bereits zum 4. Mal) und auch für mich war es mittlerweile das dritte Mal, dass ich sie live erleben durfte. Bereits der Opener „Ready To Rock“ vom 2013er Album „Black Dog Barking“ war eigentlich eine rein rhetorische Frage. Natürlich war jeder hier vor der Bühne bereit alles zu rocken!
Der Tag schritt voran und nach einer kurzen Pause ging es auf der Northstage mit Metalcore weiter, den die Jungs von Askin Alexandria von der Insel im Gepäck hatten. Die Briten waren nach mehreren Jahren endlich wieder mal in Belgien zu Gast um mit „Alone Again“ vom 2021er Album „See What’s On The Inside“ munter loszulegen. Sänger Danny Worsnop hatte sich in einen schwarzen Umhang gehüllt und verbarg sein Gesicht weitestgehend hinter einer großen Sonnenbrille und der Kapuze. Hut ab, dass er bei den Temperaturen so ein Bühnenoutfit gewählt hatte.
Von der South Stage ging es direkt rüber nebenan auf die North Stage, wo sich die Jungs von Pro-Pain bereit machten. Die US-amerikanische Band war bereits zum siebten Mal in Dessel auf dem Graspop zu Gast und kann auf eine beachtliche Karriere von mehr als 30 Jahren zurückblicken. Auch wenn die einzige Konstante über die lange Zeit Bassist und Sänger Gary Meskil ist. Bereits als die Klänge des Intro des 2002er Albums „Shreds Of Dignity“ erklangen war klar, was gleich passieren würde.
Vom dunklen Zelt ging es raus in die Sonne vor die Main Stages. Hier traten die Damen von Thundermother auf, um die es erst kurz zuvor einiges an Aufruhr gab. Bandgründerin und Gitarristin Filippa Nässil scheint jedenfalls ein nicht so ganz einfacher Charakter zu sein. Bereits nach den ersten Anfangserfolgen nach Bandgründung im Jahr 2009 entschloss sich Nässil dazu alle Bandmitglieder auszuwechseln. Nachdem es weiter mit der Band bergauf ging zerstritt sie sich auf der US Tournee Anfang des Jahres so heftig mit der damaligen Sängerin der Band Guernica Mancini, dass sie sie aus der Band schmiss. Aus Solidarität verließen ebenso Schlagzeugerin Emlee Johansson und Bassistin Mona Lindgren die Band, so dass es einen weiteren Neuanfang geben musste.
Am zweiten Tag ging es zunächst recht entspannt im Metal Dome los. Auf dem Programm stand die belgische Rockband Black Mirrors. Das female fronted Gespann um Sängerin Marcella Di Troia hatte eine interessante Mischung aus Rock, Blues, und Hard Rock im Gepäck. In den knapp 10 Jahren ihres Bestehens gab es allerdings erst eine überschaubare Menge an Releases.
