Sehr spontan hatte die beste Band der Welt Mitte August angekündigt auf die „Herbst Ihres Lebens“ Tour durch kleinere Locations der Republik zu gehen. Zwei Wochen später begann sie dann auch schon und ich konnte Karten für das Abschlusskonzert am 14.10.2023 in der Turbinenhalle in Oberhausen ergattern. Wie zu erwarten waren alle Tickets in Windeseile vergriffen und der Termin ausverkauft. Glücklicherweise wurden nicht so viele Karten wie bei meinem letzten Konzert in der Location verkauft, da man sich bei Saltatio Mortis damals kaum bewegen konnte. Das war dann an diesem Abend schon deutlich luftiger und angenehmer. Wie so oft, so traten die Ärzte auch an dieses Mal ohne Vorband auf, was man aber bei den üblichen Längen ihrer Sets auch problemlos verschmerzen kann.
Um 20:45 war es endlich soweit und Heaven Shall Burn betrat zu den Klängen des Intros "Awoken" vom 2008 erschienenen Album "Iconoclast (Part I: The Final Resistance) die Bühne. Als dieses vorüber war ging es nahtlos in "Endzeit" über und schon mit den ersten Worten setzte sich die Menge vor der Bühne direkt in Bewegung. Bereits im Winter waren sie mit Trivium durch die großen Hallen getourt und jetzt wurde die Summer Battles Tour 2023 in kleineren Locations fortgesetzt. Dadurch gab es zwar keine große Bühnenshow mit Feuer und dem üblichen Brimborium, aber das braucht es auch gar nicht. Die Band allein brachte schon so viel Energie rüber, dass es im Publikum eh kein halten gab und in so kleinen Locations, wo man ganz nah dran ist am Geschehen, ist das Konzerterlebnis ohnehin viel intensiver.
Die Sonne strahlte noch immer vom Himmel und so tat es auch die Jacke von Matt Heafy. Nachdem das Intro „X“ vom Album „In The Court Of The Dragon“ verklungen war donnerte auch direkt der gleichnamige Titelsong von der Bühne. Die Backdrops und Verkleidungen waren ebenso farbenfroh wie der Frontmann und der machte auch sofort klar, dass er heute Abend richtig Bock hatte. Die Zunge wurde immer wieder bis zum Anschlag herausgestreckt und ständig von einem Ende der Bühne zum anderen gewirbelt.
Nachdem es tagsüber noch wechselhaft war, wurde es gegen Abend sonnig und so konnten die Jungs der schottischen Band Bleed From Within bei bestem Wetter die Bühne betreten. Der Junkyard bot auf Grund seiner ungewöhnlichen Location (alles im Außenbereich sowie die Bühne war aus alten Containern und Schrott gebaut) einen würdigen Rahmen für die anstehenden kommenden Stunden. Denn da noch Trivium und Heaven Shall Burn auf dem Programm standen musste es leider schon sehr früh um 18:15 losgehen, damit die Lärmschutzvorgaben für das Open-Air Konzert eingehalten werden konnten.
Nachdem Gojira bereits amtlich abgerissen hatten kam nun der dritte Headliner des Abends und dies war kein geringerer als Machine „Fucking“ Head. Zu den ersten Klängen, zu denen noch der große Machine Head Logo Banner den Blick auf die Bühne verdeckte brandete bereits riesiger Jubel auf der dann direkt in mehrere Pits mündete in der Sekunde als es fiel und die Band „Imperium“ vom 2003er Album „Through The Ashes Of Empires“ intonierte.
Es ging von einem Höhepunkt zum nächsten. Nach Disturbed ging es jetzt rüber zu Gojira. Die Franzosen haben nach und nach ihren Weg nach oben konsequent fortgesetzt, so dass auf etliche mittlere Slots in den letzten Jahren nun endlich ein Headlinerslot bei einem großen Festival raussprang. Und so war es vor der Bühne gut gefüllt und die Spannung groß, was da jetzt kommen sollte.
Direkt im Anschluss an Amon Amarth noch eine weitere Wiederholung: Auch Disturbed hatte ich bereits 2019 an gleicher Stelle schon gesehen. Und auch hier war inzwischen ein neues Album mit „Divisive“ aus dem letzten Jahr zur schon langen Liste an Veröffentlichungen hinzu gekommen. Mit der untergehenden Sonne durften die vier Jungs aus Chicago, Illinois den begehrten Vorabendslot ein weiteres Mal füllen. Und wie sie das taten!
Amon Amarth stand eigentlich nicht vordringlich auf meiner Liste für den heutigen Festival Tag. Ich hatte sie erst 2019 an gleicher Stelle schon gesehen und zusätzlich gab es zwar mit „The Great Heathen Army“ ein neues Album aus dem Jahre 2022, aber das reizte mich nicht übermäßig. Trotzdem passte es zeitlich gerade ganz gut und Amon Amarth ist immer ein Garant für eine gute Show. Also ab ins Getümmel vor der North Stage.
Von den großen Bühnen ging es jetzt am frühen Abend wieder rüber in den kleinen Metal Dome. Hier machten sich die vier Jungs von der Insel bereit für ihren Auftritt. Orange Goblin hatte ich bereits 2019 auf dem Graspop auf meiner Liste, aber damals hatte ich es nicht zu ihrer Show geschafft. Heute klappte es endlich und ich freute mich auf 45 Minuten feinsten Stoner Metal.
Nachdem Asking Alexandria doch eher wenig überzeugte, ging es wieder rüber auf die South Stage um hoffentlich auf eine sichere Bank aus Australien zu treffen. Airbourne war mal wieder auf dem Graspop zu Gast (mittlerweile bereits zum 4. Mal) und auch für mich war es mittlerweile das dritte Mal, dass ich sie live erleben durfte. Bereits der Opener „Ready To Rock“ vom 2013er Album „Black Dog Barking“ war eigentlich eine rein rhetorische Frage. Natürlich war jeder hier vor der Bühne bereit alles zu rocken!
